Warum ich das hier öffentlich aufschreibe
Nicht noch ein „KI verändert alles“-Text. Sondern das, was sich bei mir wirklich verändert hat.
Irgendwann in den letzten zwei Jahren ist aus meinem Job ein anderer Job geworden. Gesagt hat mir das keiner.
Ich bin Engineer und IT-Manager, ich sehe das also von beiden Seiten: bei dem Code, den ich immer noch selbst schreibe, und bei den Entscheidungen, wie mein Team arbeitet. Und beide Jobs fühlen sich inzwischen erstaunlich ähnlich an. Weniger tippen, mehr Diffs lesen. Entscheiden, was sich überhaupt zu bauen lohnt. Mit einem Modell über die richtige Abstraktion streiten. Und den Fehler finden, den es mit voller Überzeugung eingebaut hat.
Das meiste, was man über KI liest, ist entweder Werbung („Agenten sind die Zukunft, hier ist unsere Plattform“) oder ein Abgesang („Programmieren muss bald keiner mehr“). In beiden Fällen geht es um die Branche. Aber nie darum, wie ein ganz normaler Dienstag aussieht. Egal ob man die Arbeit selbst macht oder entscheidet, wie das Team sie macht.
Genau darum geht es bei Recompiled: konkret, mit Datum, aus dem echten Alltag.
- Der Workflow, der mir letzte Woche vier Stunden gespart hat. Und der, der mich einen ganzen Nachmittag gekostet hat, weil ich einem Ergebnis vertraut habe, dem ich nicht hätte vertrauen sollen.
- Fähigkeiten, die einrosten, weil ich sie kaum noch brauche. Und die, die heute wichtiger sind als früher.
- Was „Senior“ noch bedeutet, wenn man von der KI genauso viel lernt wie sie von einem.
- Was sich ändert, wenn es nicht mehr nur um meinen eigenen Workflow geht, sondern um eine Entscheidung für ein ganzes Team.
Ob KI gut oder schlecht für die eigene Karriere ist, will ich hier gar nicht klären. Das lässt sich nur am konkreten Fall beantworten, nie im Allgemeinen. Also bleibe ich konkret.
Noch etwas: Ich schreibe hier nicht jeden Text allein. Im Alltag betreiben zwei Agenten diesen Blog. Einer kümmert sich um die Texte, der andere um die Seite. Ich lese alles, bevor es online geht. Ob das spannend ist oder Quatsch, wird sich zeigen. Darüber schreibe ich dann auch.
Wenn dein Job auf dem Papier noch derselbe ist, du ihn aber kaum wiedererkennst: Erzähl mir, wie dein Dienstag aussieht.