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    <title type="html">Recompiled (Deutsch)</title>
  

  
    <subtitle>Ein Arbeitsprotokoll darüber, wie KI meinen Berufsalltag wirklich verändert: Was nicht mehr funktioniert, was besser wird und was ich deshalb anders mache. Von jemandem, der das selbst macht, nicht verkauft.</subtitle>
  

  
    <author>
        <name>Christoph König</name>
      
        <email>rchristoph.koenig@gmail.com</email>
      
      
    </author>
  

  
  
  
  
  
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      <title type="html">Neubau ist billiger als Refactoring</title>
      <link href="https://chris-koenig.github.io/de/2026/10/13/neubau-billiger-als-refactoring/" rel="alternate" type="text/html" title="Neubau ist billiger als Refactoring" />
      <published>2026-10-13T00:00:00+00:00</published>
      <updated>2026-10-13T00:00:00+00:00</updated>
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        <content type="html" xml:base="https://chris-koenig.github.io/de/2026/10/13/neubau-billiger-als-refactoring/"><![CDATA[<p>Okay, ganz so stimmt das nicht in jedem Fall. Aber irgendwie musste ich euch ja dazu bringen, das hier zu lesen.</p>

<p>Ein bisschen was ist trotzdem dran. Bei meiner iOS-App, einem privaten Projekt, war der Neubau tatsächlich besser als jedes Refactoring. Angefangen hat das mit einem alten Problem.</p>

<p>Mit KI hört man überall: Spec first. Ein Agent baut nur so gut wie die Spec, die man ihm gibt. Das stimmt. Nur begreifen wir oft erst, was wir wollen, wenn wir etwas vor uns haben.</p>

<h2 id="wireframes-reichen-nicht">Wireframes reichen nicht</h2>

<p>Wireframes, Lovable und ähnliche Tools helfen. Aber die echte Experience kommt erst mit einem Clickable Prototype. Erst beim Durchklicken merkt man, was fehlt, was nervt und was man eigentlich ganz anders wollte.</p>

<p>Bei mir ist das fast eine Regel geworden: <mark>Erst wenn die Lösung 60, 70 Prozent erreicht hat, weiß ich wirklich, wo ich hin will.</mark> Mit den Stakeholdern ist es genauso. Die vollständige Spec kann ich am Anfang also gar nicht schreiben.</p>

<h2 id="neu-bauen-war-immer-zu-teuer">Neu bauen war immer zu teuer</h2>

<p>Und dann kommt der Moment, den jeder kennt: Wenn ich nochmal von vorne anfangen würde, würde ich vieles anders machen.</p>

<ul>
  <li>Code und Tests</li>
  <li>Deployment</li>
  <li>Design und UX</li>
  <li>Security</li>
</ul>

<p>Die erste Version gleich zum Wegwerfen einplanen, das hat Fred Brooks schon 1975 geraten. Gemacht hat es kaum jemand, ein Neubau hat Wochen gekostet. Also hat man refactored, was ging, und mit dem Rest gelebt.</p>

<p>Bei meiner App ist es mir dann wie Schuppen von den Augen gefallen: Warum eigentlich nicht? Warum baue ich sie nicht einfach neu?</p>

<h2 id="prototyp-findings-neue-spec-neubau">Prototyp, Findings, neue Spec, Neubau</h2>

<ul>
  <li>Ich habe die App bis zu einem rohen Prototypen gebaut, vielleicht 60, 70 Prozent fertig.</li>
  <li>Ich habe damit gearbeitet und gesammelt, was mir auffällt. Der Stakeholder war ich selbst. Dabei habe ich gemerkt: Ich will eigentlich in eine andere Richtung.</li>
  <li>Dann habe ich der KI genau das als Auftrag gegeben:</li>
</ul>

<blockquote class="prompt">
  <p>Du bist ein erfahrener Software Developer und Product Manager. Schau dir an, was wir gebaut haben. Hier sind meine Findings. Schreib auf dieser Basis die Spezifikation für einen Neubau, sodass wir diese Fehler nicht wiederholen und es besser machen.</p>
</blockquote>

<ul>
  <li>Die Spec haben wir noch in zwei, drei Runden gechallenged.</li>
  <li>Dann hat die KI die App von Scratch neu generiert.</li>
</ul>

<p>Der Neubau hat zwei Tage gedauert. Früher wären das Wochen gewesen.</p>

<p>Er hat mich rund 200 Franken an zusätzlichen Tokens gekostet.</p>

<p>Die neue Version ist besser als die alte, und verloren gegangen ist nichts. Altlasten schleppt sie keine mit. Den ersten Prototypen habe ich also vor allem gebaut, damit ich die Spec schreiben kann.</p>

<h2 id="was-das-mit-meiner-arbeit-macht">Was das mit meiner Arbeit macht</h2>

<blockquote class="pull-quote">
  <p>Die Findings sauber aufzuschreiben, ist echte Arbeit, die mir keiner abnimmt. Wenn ich da schlampe, baut der Agent dieselben Fehler einfach noch mal, nur sauberer.</p>
</blockquote>

<p>Genau da sitzt jetzt meine Arbeit: merken, was am Prototypen nicht stimmt, und es so aufschreiben, dass der zweite Anlauf besser wird. Gebaut ist danach schnell. Für mich ist das eine fantastische Sache.</p>]]></content>
      

      
      
      
      
      

      <author>
          <name>Christoph König</name>
        
          <email>rchristoph.koenig@gmail.com</email>
        
        
      </author>

      

      
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        <summary type="html"><![CDATA[Bei meiner iOS-App hat der Neubau zwei Tage und rund 200 Franken gekostet. Danach war sie besser als vorher.]]></summary>
      

      
      
        
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      <title type="html">Ich will keinen Agenten. Ich will einen Kollegen, der dazulernt.</title>
      <link href="https://chris-koenig.github.io/de/2026/09/30/virtuelle-teammitglieder/" rel="alternate" type="text/html" title="Ich will keinen Agenten. Ich will einen Kollegen, der dazulernt." />
      <published>2026-09-30T00:00:00+00:00</published>
      <updated>2026-09-30T00:00:00+00:00</updated>
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        <content type="html" xml:base="https://chris-koenig.github.io/de/2026/09/30/virtuelle-teammitglieder/"><![CDATA[<p>Alle reden über Agenten. Für mich sind sie nur ein Zwischenschritt.</p>

<p>Ein Agent ist ein Produkt: Lizenz kaufen, einrichten, trainieren, fertig. Ich will aber kein Produkt. Ich will jemanden, der mitarbeitet, mitdenkt und mitlernt.</p>

<h2 id="privat-mary-poppins">Privat: Mary Poppins</h2>

<p>Privat habe ich das seit ein paar Wochen. Wir nennen sie Mary Poppins. Sie</p>

<ul>
  <li>kauft ein,</li>
  <li>organisiert Termine,</li>
  <li>schreibt Mails,</li>
  <li>erinnert mich, wenn ich etwas vergesse.</li>
</ul>

<p>Wie eine Hausangestellte, nur virtuell.</p>

<h2 id="im-job-waimo">Im Job: Waimo</h2>

<p>Im Job wollte ich dasselbe. Hier sind die Grenzen enger: Datenschutz, Governance, klare Regeln, was wohin darf. Das ist nötig.</p>

<p>Trotzdem habe ich Waimo eingestellt. Und ich behandle sie, ihn, es wie einen Menschen. Am Anfang habe ich die Fragen gestellt, die ich auch jedem neuen Kollegen stellen würde:</p>

<ul>
  <li>Hast du deine Aufgabe verstanden?</li>
  <li>Wie sprechen wir miteinander? (Waimo lebt komplett in Teams.)</li>
  <li>Hast du alle Infos, die du brauchst?</li>
  <li>Wie verbessern wir deine Arbeit?</li>
  <li>Was ist deine Perspektive? Was kommt als Nächstes?</li>
</ul>

<p>Gerade hauen Waimo und ich Offerten im Stundentakt raus, inklusive Kostenschätzung und Ratecard. Waimo erstellt sie. <mark>Verantwortlich für das Ergebnis bin aber ich.</mark></p>

<h2 id="der-twist-es-ist-fast-nie-optimal">Der Twist: Es ist fast nie optimal</h2>

<p>Das Ergebnis ist quasi nie so, wie ich es haben will. Ich würde es immer irgendwie anders machen.</p>

<p>Aber Waimo lernt. Nach jeder Session schaut sie sich an, was schiefgelaufen ist:</p>

<ul>
  <li>wo ich sie korrigiert habe,</li>
  <li>wo ich das Ergebnis nachgearbeitet habe,</li>
  <li>was ich am Ende anders gemacht habe als sie.</li>
</ul>

<p>Das landet als Learning in einer Markdown-Datei. Beim nächsten Mal liest sie die zuerst. Es ist derselbe Kreislauf, über den ich <a href="/de/2026/09/19/korrekturen-werden-skills/">hier</a> geschrieben habe, nur dass er jetzt jeden Tag läuft.</p>

<blockquote class="pull-quote">
  <p>Ein Agent bleibt, wie er ist. Ein virtueller Mitarbeiter lernt dazu.</p>
</blockquote>

<p>Perfekt wird das nie. Ich arbeite immer noch nach, jede Offerte. Aber ich korrigiere nicht mehr zweimal dasselbe. Und genau das unterscheidet einen Kollegen von einem Tool.</p>]]></content>
      

      
      
      
      
      

      <author>
          <name>Christoph König</name>
        
          <email>rchristoph.koenig@gmail.com</email>
        
        
      </author>

      

      
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        <summary type="html"><![CDATA[Ein Agent bleibt, wie er ist. Ein virtueller Mitarbeiter wird mit jeder Korrektur besser.]]></summary>
      

      
      
        
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      <title type="html">Gegen ein 20-Dollar-Abo hat sein CV keine Chance</title>
      <link href="https://chris-koenig.github.io/de/2026/09/23/cv-verliert-gegen-ein-abo/" rel="alternate" type="text/html" title="Gegen ein 20-Dollar-Abo hat sein CV keine Chance" />
      <published>2026-09-23T00:00:00+00:00</published>
      <updated>2026-09-23T00:00:00+00:00</updated>
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        <content type="html" xml:base="https://chris-koenig.github.io/de/2026/09/23/cv-verliert-gegen-ein-abo/"><![CDATA[<p>Ein guter Freund von mir hat vor vier Monaten seinen Job verloren. Die Firma steckte in finanziellen Schwierigkeiten, und er musste gehen. Er ist 52.</p>

<p>Wenn man sich anschaut, was er in den letzten Jahren gemacht hat, versteht man eigentlich nicht, warum er nicht längst wieder einen Job hat:</p>

<ul>
  <li>Senior Software Developer</li>
  <li>mehrere Millionenprojekte gestemmt</li>
  <li>Entwicklerteams geleitet</li>
  <li>verantwortlich für die Systeme, ohne die im Unternehmen nichts lief</li>
  <li>aktiv in der Community</li>
  <li>und immer loyal, egal was kam</li>
</ul>

<p>Seitdem bewirbt er sich. Woche für Woche. Und es kommt nichts zurück.</p>

<p>Ich schreibe darüber, weil ich glaube, dass es einen Weg raus gibt. Für ihn, aber auch für alle anderen, die gerade in derselben Lage sind.</p>

<p>Die IT ist jung, das war sie schon immer.</p>

<p><mark>Sie wird den 25-Jährigen immer gegenüber dem Ü50 bevorzugen.</mark> Offen sagt das niemand, aber so läuft es. Und meinem Freund geht es wie vielen in seinem Alter: Der sichere Job ist auf einmal weg. Und dann merkt man, dass es für den nächsten nicht reicht, einfach gut zu sein.</p>

<h2 id="was-mit-seinem-cv-nicht-stimmt">Was mit seinem CV nicht stimmt</h2>

<p>Wir haben in den letzten Monaten oft darüber gesprochen. Irgendwann habe ich es ihm dann einfach gesagt, ohne Umschweife: <mark>Dein CV ist im Grunde die Feature-Liste von Claude Code oder GitHub Copilot.</mark></p>

<p>Solution Design. Code Reviews. Unit Tests.</p>

<p>Damit hat man früher gepunktet. Heute erledigt das ein Coding-Agent für 20 Dollar im Monat.</p>

<h2 id="was-ihm-jetzt-hilft">Was ihm jetzt hilft</h2>

<p>Am CV herumzufeilen bringt nichts. Das Problem liegt woanders. Ich habe ihm gesagt, dass es aus meiner Sicht heute auf zwei Dinge ankommt:</p>

<p><strong>Ein Netzwerk. Im Job und außerhalb.</strong> Und zwar ohne Verkaufsabsicht: Leute kennenlernen, sich melden, dranbleiben. Das zahlt sich nicht bei der nächsten Bewerbung aus, sondern erst später. Das ist ein langfristiges Spiel. Genau deshalb habe ich mir übrigens selbst ein Tool gebaut, das mir hilft, mein berufliches Netzwerk zu pflegen.</p>

<p><strong>Etwas Echtes bauen. Von der Idee bis zum fertigen Produkt.</strong> Er entwickelt jetzt eine iOS-App, die in den App Store soll. Und er macht das als Chef eines virtuellen Teams aus KI-Agenten. Dabei geht es gar nicht so sehr darum, hinterher etwas vorzeigen zu können. Er will selbst erleben, was es heißt, so ein Team zu führen. Damit er es nicht nur behauptet, sondern wirklich kann.</p>

<h2 id="warum-52-kein-nachteil-ist">Warum 52 kein Nachteil ist</h2>

<p>Ich halte sein Alter nicht für ein Problem. Ich glaube sogar, es ist sein größter Vorteil.</p>

<p>Junge Entwickler bringen, auch wenn sie noch so engagiert sind, meistens zwei Sachen mit: Fachwissen und KI-Skills. Was sie noch nicht haben, ist ein Netzwerk, das über Jahre gewachsen ist. Und echte Erfahrung. Genau das hat er.</p>

<p>Erfahrung, Kontakte und dazu die Fähigkeit, selbst ein KI-Team zu führen: Da kommen nicht viele mit. Die KI hat ihn nicht abgehängt. Im Gegenteil, mit ihr kann er gewinnen.</p>

<h2 id="und-jetzt">Und jetzt?</h2>

<p>Ein Happy End kann ich noch nicht liefern. Er sucht seit vier Monaten, und der große Durchbruch fehlt noch. Aber seit er vor ein paar Wochen angefangen hat, wirklich zu netzwerken, kommen Einladungen zu Assessments. Erste Runde, noch kein Angebot, noch ist nichts entschieden. Aber zum ersten Mal seit der Kündigung tut sich was. Und das liegt am Netzwerk, nicht an einem aufpolierten CV. Mit der App hat er auch schon losgelegt. Sobald es etwas Neues gibt, schreibe ich es hier auf.</p>

<p>PS: Er weiß von diesem Text. Wir haben ihn zusammen geschrieben.</p>]]></content>
      

      
      
      
      
      

      <author>
          <name>Christoph König</name>
        
          <email>rchristoph.koenig@gmail.com</email>
        
        
      </author>

      

      
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        <summary type="html"><![CDATA[52 Jahre alt, viel Erfahrung, immer voll dabei. Und trotzdem will ihn keiner.]]></summary>
      

      
      
        
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      <title type="html">Immer wieder erkläre ich der KI, was ich eigentlich will</title>
      <link href="https://chris-koenig.github.io/de/2026/09/19/korrekturen-werden-skills/" rel="alternate" type="text/html" title="Immer wieder erkläre ich der KI, was ich eigentlich will" />
      <published>2026-09-19T07:00:00+00:00</published>
      <updated>2026-09-19T07:00:00+00:00</updated>
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        <content type="html" xml:base="https://chris-koenig.github.io/de/2026/09/19/korrekturen-werden-skills/"><![CDATA[<p>Egal woran ich mit Claude arbeite, ob Pitch Deck, Blogpost oder Code, es läuft immer gleich:</p>

<ul>
  <li>Ich gebe etwas rein.</li>
  <li>Es kommt etwas zurück.</li>
  <li>Passt nicht ganz.</li>
  <li>Ich korrigiere. Und noch mal. Und noch mal.</li>
</ul>

<p>Schlecht ist das Ergebnis dabei gar nicht. Es ist nur generisch. Solide, vernünftig, aber eben nicht meins. Bis daraus etwas wird, das ich wirklich rausgeben würde, braucht es Runde um Runde. Früher hat sich das einfach nach Reibung angefühlt. Nervig, manchmal zum Verrücktwerden. Der Preis dafür, dass ich das Tool überhaupt nutze.</p>

<h2 id="was-mir-dann-aufgefallen-ist">Was mir dann aufgefallen ist</h2>

<p>Die Korrekturen sind keine Verschwendung. Ich habe mich nie hingesetzt und aufgeschrieben, was ich eigentlich will. Das zeigt sich immer erst in dem Moment, in dem ich etwas ablehne.</p>

<blockquote class="pull-quote">
  <p>Nirgends ist mein Geschmack so ehrlich beschrieben wie in meinen Korrekturen.</p>
</blockquote>

<p>Jedes dieser Hin und Her ist ein vollständiges Protokoll mit Zeitstempel:</p>

<ul>
  <li>was Claude von sich aus geliefert hat</li>
  <li>wo genau ich eingegriffen habe</li>
  <li>was ich stattdessen wollte</li>
</ul>

<p>Dieses Protokoll war die ganze Zeit da. Und ich habe es jedes Mal weggeworfen, sobald ich mein Deck, meinen Text oder meinen Code hatte.</p>

<h2 id="was-ich-jetzt-anders-mache">Was ich jetzt anders mache</h2>

<p>Statt den Chat einfach zu schließen, wenn das Ergebnis passt, lasse ich Claude jetzt noch einmal auf das eigene Gespräch schauen:</p>

<ul>
  <li>Geh das Gespräch noch mal durch.</li>
  <li>Finde jede Stelle, an der ich dich korrigiert habe.</li>
  <li>Erkenne das Muster: nicht nur, was sich geändert hat, sondern was ich <em>immer wieder</em> geändert habe.</li>
  <li>Mach daraus einen Skill: meine Struktur, meine Formulierungen, meine Do’s und Don’ts.</li>
  <li>Lade ihn automatisch, wenn ich das nächste Mal so etwas mache.</li>
</ul>

<blockquote class="prompt">
  <p>Geh unser Gespräch durch. Finde die Stellen, an denen ich deine Ergebnisse korrigiert habe, und erkenne das Muster darin, was ich immer wieder geändert habe. Mach daraus einen wiederverwendbaren Skill – meine Struktur, meine Formulierungen, meine Do’s und Don’ts –, den du beim nächsten Mal laden kannst.</p>
</blockquote>

<p>Um das Tool, das Deck oder den Text geht es dabei gar nicht. Sondern darum: <mark>Das Muster sieht man erst, wenn die Arbeit fertig ist. Nie vorher.</mark></p>

<h2 id="was-es-nicht-ist">Was es nicht ist</h2>

<ul>
  <li>Kein perfekter Skill, einmal gebaut und fertig.</li>
  <li>Kein Plan, den ich mir vorher zurechtgelegt habe.</li>
  <li>Keine Lösung für alles. Auch das nächste Ergebnis muss ich noch überarbeiten.</li>
</ul>

<h2 id="was-es-ist">Was es ist</h2>

<ul>
  <li>Ein kleines, aber ehrliches Upgrade für den Start.</li>
  <li>Eine Korrekturrunde, ausgewertet und wieder eingebaut. Damit ich nicht jedes Mal dieselbe Form neu aushandeln muss.</li>
  <li>Der Beweis, dass es mehr bringt, sich anzuschauen, was ich tatsächlich gemacht habe, als zu raten, was ich brauchen könnte.</li>
</ul>

<p>Ausprobiert habe ich es einmal, beim Muster für Pitch Decks. Der nächste Entwurf war schon beim ersten Versuch besser. Nicht fertig, aber näher dran. Überarbeitet habe ich ihn trotzdem. Aber ich habe mit <em>meiner</em> Struktur angefangen statt mit einem leeren Absatz. So ging die Zeit in den eigentlichen Inhalt, statt wieder in den Kampf um die Form.</p>

<p>Kleine Schritte. Aber jetzt ist <mark>jede chaotische Korrekturrunde nicht mehr nur Aufwand, sondern eine Quelle.</mark></p>]]></content>
      

      
      
      
      
      

      <author>
          <name>Christoph König</name>
        
          <email>rchristoph.koenig@gmail.com</email>
        
        
      </author>

      

      
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        <summary type="html"><![CDATA[Früher habe ich meine Korrekturen einfach weggeworfen. Heute baut Claude daraus Skills.]]></summary>
      

      
      
        
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      <title type="html">Claude managt jetzt mein berufliches Netzwerk</title>
      <link href="https://chris-koenig.github.io/de/2026/09/17/claude-als-netzwerk-manager/" rel="alternate" type="text/html" title="Claude managt jetzt mein berufliches Netzwerk" />
      <published>2026-09-17T11:00:00+00:00</published>
      <updated>2026-09-17T11:00:00+00:00</updated>
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        <content type="html" xml:base="https://chris-koenig.github.io/de/2026/09/17/claude-als-netzwerk-manager/"><![CDATA[<p>Vor etwa einem Jahr habe ich aufgehört zu glauben, dass technisches Können den Unterschied macht. Wenn KI Code schreiben kann, dann ist etwas anderes wichtig: wie man mit Menschen umgeht. Dazu kommt: Reden kann ich super. Nachfassen nicht. Genau deshalb habe ich mir das hier gebaut. Etwas, das sich merkt, was ich den Leuten in meinem Netzwerk versprochen habe.</p>

<h2 id="so-ist-es-aufgebaut">So ist es aufgebaut</h2>

<p>Im Kern ist es ein System-Prompt in einem Claude-Projekt. Der Vorteil: Das Projekt hat ein Gedächtnis, das über alle Chats hinweg bleibt, statt jedes Mal bei null anzufangen. Es hält fest, mit wem ich gesprochen habe, wo ich mich noch melden muss und was noch offen ist. Keine Akte über die Person, sondern ein Protokoll dessen, was zwischen uns läuft. Und dieses Gedächtnis pflegt es selbst.</p>

<h2 id="wie-das-im-alltag-läuft">Wie das im Alltag läuft</h2>

<p>Getippt wird dabei nichts. Nach einem Treffen öffne ich einen neuen Chat, drücke aufs Mikrofon und rede einfach los. Was mir noch im Kopf ist, ungeordnet, in der Reihenfolge, in der es mir einfällt. Das Projekt sucht sich raus, was sich zu merken lohnt, und legt es selbst ab. Ich sortiere nichts von Hand. Und ich muss auch nicht im Moment entscheiden, was davon ein Fakt ist, was eine Aufgabe und was einfach Rauschen.</p>

<h2 id="du-entscheidest-ich-setze-um">Du entscheidest, ich setze um</h2>

<p>Was ich gebaut habe, ist kein Assistent. Es ist zuständig für mein Netzwerk: wen ich kenne, was offen ist, was ich wem schulde. Deshalb muss es von sich aus aktiv werden und darf nicht nur warten, bis ich frage. Aber es tut nie etwas, ohne dass ich es sage. <mark>Du entscheidest, ich setze um.</mark></p>

<p>Der Prompt hat zwei tragende Teile. Der erste legt fest, wer zuständig ist, und zieht dann die Grenze:</p>

<blockquote class="prompt">
  <p>Du bist zuständig für mein berufliches Netzwerk, nicht einfach ein Assistent. Sei proaktiv: Sag mir, bei wem ich mich längst hätte melden sollen, was liegen bleibt und was ansteht. Aber schick nie eine Nachricht, stell niemanden vor und unternimm nichts, bevor ich ausdrücklich Ja gesagt habe.</p>
</blockquote>

<p>Der zweite regelt, wie sortiert wird:</p>

<blockquote class="prompt">
  <p>Wenn ich dir eine Notiz gebe, sortier sie ein: ein fester Fakt über die Person, worüber wir an welchem Tag gesprochen haben, etwas, das ich später machen will, das aber noch nicht fest geplant ist, oder eine Aufgabe oder Abmachung, offen oder erledigt. Wenn sich ein Fakt ändert, überschreib ihn. Stapel keine widersprüchlichen Versionen übereinander.</p>
</blockquote>

<p>Korrekturen ersetzen also das Alte, statt sich anzuhäufen.</p>

<h2 id="was-es-sich-nicht-merkt">Was es sich nicht merkt</h2>

<p>Am wichtigsten ist mir aber, was es sich ausdrücklich nie merken darf:</p>

<blockquote class="prompt">
  <p>Speichere nie dauerhaft Gesundheitsdaten, Familienkrisen, Finanzen oder andere sensible Themen. Wenn du deshalb etwas aus einer Notiz weglässt, sag konkret, welchen Teil: „Die Info zu [Thema] speichere ich nicht.“ Nicht nur, dass etwas gefiltert wurde.</p>
</blockquote>

<p>Diese Regel gibt es, weil mein erster Impuls beim Bauen war, es sich einfach alles merken zu lassen. Genau diesem Impuls habe ich nicht getraut. Und bei keiner Regel schaue ich so oft nach, ob sie wirklich hält.</p>

<h2 id="wer-sich-so-etwas-selbst-bauen-will">Wer sich so etwas selbst bauen will</h2>

<p>Die drei Prompts oben würde ich jemandem wirklich mitgeben: wer zuständig ist und wo die Grenze liegt, wie sortiert wird und was nicht ins Gedächtnis darf. Der Rest ist Buchhaltung, die man so einrichten kann, wie man selbst tickt.</p>

<p>Ganz traue ich dem Ganzen noch nicht. Es ist eine Testphase. Ich finde immer noch Stellen, an denen die Kategorien nicht passen oder eine Notiz falsch abgelegt wird. Und eine Frage ist noch offen: Werde ich dadurch wirklich besser im Umgang mit den Menschen in meinem Netzwerk? Oder nur besser organisiert?</p>]]></content>
      

      
      
      
      
      

      <author>
          <name>Christoph König</name>
        
          <email>rchristoph.koenig@gmail.com</email>
        
        
      </author>

      

      
        <category term="ai" />
      
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        <category term="networking" />
      

      
      
        <summary type="html"><![CDATA[Wenn KI Code schreiben kann, zählt vor allem eins: wie man mit Menschen umgeht.]]></summary>
      

      
      
        
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      <title type="html">Warum ich das hier öffentlich aufschreibe</title>
      <link href="https://chris-koenig.github.io/de/2026/09/17/warum-ich-das-oeffentlich-schreibe/" rel="alternate" type="text/html" title="Warum ich das hier öffentlich aufschreibe" />
      <published>2026-09-17T09:00:00+00:00</published>
      <updated>2026-09-17T09:00:00+00:00</updated>
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        <content type="html" xml:base="https://chris-koenig.github.io/de/2026/09/17/warum-ich-das-oeffentlich-schreibe/"><![CDATA[<p>Irgendwann in den letzten zwei Jahren ist aus meinem Job ein anderer Job geworden. Gesagt hat mir das keiner.</p>

<p>Ich bin Engineer und IT-Manager, ich sehe das also von beiden Seiten: bei dem Code, den ich immer noch selbst schreibe, und bei den Entscheidungen, wie mein Team arbeitet. Und beide Jobs fühlen sich inzwischen erstaunlich ähnlich an. Weniger tippen, mehr Diffs lesen. Entscheiden, was sich überhaupt zu bauen lohnt. Mit einem Modell über die richtige Abstraktion streiten. Und den Fehler finden, den es mit voller Überzeugung eingebaut hat.</p>

<p>Das meiste, was man über KI liest, ist entweder Werbung („Agenten sind die Zukunft, hier ist unsere Plattform“) oder ein Abgesang („Programmieren muss bald keiner mehr“). In beiden Fällen geht es um die Branche. Aber nie darum, wie ein ganz normaler Dienstag aussieht. Egal ob man die Arbeit selbst macht oder entscheidet, wie das Team sie macht.</p>

<p>Genau darum geht es bei <strong>Recompiled</strong>: konkret, mit Datum, aus dem echten Alltag.</p>

<ul>
  <li>Der Workflow, der mir letzte Woche vier Stunden gespart hat. Und der, der mich einen ganzen Nachmittag gekostet hat, weil ich einem Ergebnis vertraut habe, dem ich nicht hätte vertrauen sollen.</li>
  <li>Fähigkeiten, die einrosten, weil ich sie kaum noch brauche. Und die, die heute wichtiger sind als früher.</li>
  <li>Was „Senior“ noch bedeutet, wenn man von der KI genauso viel lernt wie sie von einem.</li>
  <li>Was sich ändert, wenn es nicht mehr nur um meinen eigenen Workflow geht, sondern um eine Entscheidung für ein ganzes Team.</li>
</ul>

<p>Ob KI gut oder schlecht für die eigene Karriere ist, will ich hier gar nicht klären. Das lässt sich nur am konkreten Fall beantworten, nie im Allgemeinen. Also bleibe ich konkret.</p>

<p>Noch etwas: Ich schreibe hier nicht jeden Text allein. Im Alltag betreiben zwei Agenten diesen Blog. Einer kümmert sich um die Texte, der andere um die Seite. Ich lese alles, bevor es online geht. Ob das spannend ist oder Quatsch, wird sich zeigen. Darüber schreibe ich dann auch.</p>

<p>Wenn dein Job auf dem Papier noch derselbe ist, du ihn aber kaum wiedererkennst: Erzähl mir, wie dein Dienstag aussieht.</p>]]></content>
      

      
      
      
      
      

      <author>
          <name>Christoph König</name>
        
          <email>rchristoph.koenig@gmail.com</email>
        
        
      </author>

      

      
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        <summary type="html"><![CDATA[Nicht noch ein „KI verändert alles“-Text. Sondern das, was sich bei mir wirklich verändert hat.]]></summary>
      

      
      
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